Referat "KVA Linth - Müll als Motor der Region" von Walter Furgler

Wednesday, August 20, 2025

Gabriel Schwyter

Walter Furgler, Geschäftsführer KVA Linth, gab in seinem interessanten Referat einen spannenden Einblick in den Betrieb der KVA und räumte mit einigen Mythen* rund um das Thema Abfallverwertung auf.

Die KVA (Kehrrichtverwertungsanlage) Linth verwertet Abfälle von rund 180’000 Einwohnern aus den Kantonen Glarus, Schwyz und St. Gallen sowie Industrie- und Sonderabfälle aus der ganzen Schweiz und dem Ausland (kleiner Anteil). Die Abfallmenge nimmt wegen der Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums stetig zu. Die KVA Linth schafft rund 60 direkte Arbeitsplätze und investiert stark in die Erneuerung der Anlage und in Forschung, Innovation und nachhaltige Energieversorgung. Mit der Flugaschenwäsche fungiert die KVA Linth als hochspezialisierter Dienstleister für andere KVA.

Nach 40 Jahren Dauerbetrieb ist zurzeit eine umfassende Erneuerung der Anlage nötig, um Effizienz, Sicherheit und Entsorgungssicherheit zu gewährleisten. Das Projekt "KVA Linth 2025" umfasst den Ersatz und die Modernisierung zentraler Anlagenteile (Öfen, Abgasreinigung, Turbine, Metallrückgewinnung). Und dies bei laufendem Betrieb, was hohe Anforderungen an Planung und Ausführung stellt. Die Finanzierung erfolgt über ein Bankenkonsortium mit einem Rahmenkredit von 180 Mio. CHF. Ein strategischer Schwerpunkt liegt im Ausbau der Fernwärme: Sie soll der Region langfristig CO₂-neutrale Energie für 20'000 Haushalte liefern. Ein weiterer zukunftsweisender Bereich ist die CO₂-Abscheidung. Die KVA Linth plant ein Pilotprojekt mit internationaler Ausstrahlung, das bis 2037 bis zu 130’000 t CO₂ pro Jahr abtrennen und speichern könnte.

Die zahlreichen Fragen aus der Runde zeigten das grosse Interesse am Thema «Abfall» und «Abfallverwertung».

*Beispiele: Es gibt genügend Abfall für die Verbrennung/Verwertung – die Abfallmenge steigt! Bei der Abfallverbrennung wird kein "Gas" beigemischt (gilt europaweit!) – der Brennwert des Abfalls ist genügend hoch.